Konfliktgespräche

„Die Beziehungsebene dominiert die Sachebene.“ heißt es. Wenn es also im Miteinander von Personen einen Konflikt gibt, dann ist jede sachliche Lösungsfindung erschwert. Wir alle kennen das: in einer inhaltlichen Frage kann keine Lösung gefunden werden. Beide Seiten scheinen einer „vernünftigen“ Lösung nicht zugänglich zu sein und alle fragen sich: „Warum eigentlich nicht?“. Solche versteckten Beziehungskonflikte gibt es sowohl im beruflichen als auch privaten Umfeld täglich. Hier ist mit Fingerspitzengefühl und gutem Zuhören oft noch viel zu retten. Geht es den Parteien doch oft vor allem um Anerkennung auf Augenhöhe und weniger um die Details der eigentlichen Sachfrage. Hier können z.B. Teamgespräche ihre ganz Stärke ausspielen.

Wenn es hingegen erst einmal zu einem handfesten Konflikt gekommen ist und die Parteien sich auf ihre jeweiligen Standpunkte zurück gezogen haben, ist eine einfache Lösung oft nicht mehr möglich. Da bei beiden Parteien oftmals auch eine innere Kränkung vorliegt, verschließen sie sich einer möglichen Lösung oft schon allein deshalb, weil sie gegenüber der anderen Partei nicht „nachgeben“ wollen.

In dieser Phase nützt gutes Zureden oftmals nichts mehr und auch eine Entscheidung durch z.B. den Vorgesetzten wird den Konflikt nicht beenden. Denn, selbst wenn es zu einer oberflächlichen Streitbeilegung kommt, rumort der Konflikt im Untergrund weiter und sucht sich einen anderen Weg an die Oberfläche.

Gerade solche verdeckt ablaufenden und verkrusteten Konflikte sind oft viel gefährlicher, als offen ausgetragener Streit, da der Schaden deutlich subtiler und erst verzögert auftritt. Die Konfliktparteien suchen sich z.B. Verbündete, vergiften das Organisationsklima oder mobben sich gegenseitig.

Hier an die Vernunft der Mitarbeiter oder Kollegen zu appellieren und die „Rückkehr zu Sachthemen“ zu proklamieren, kann oft sogar kontraproduktiv sein. Die Mitarbeiter fühlen sich dann nicht ernstgenommen und die Gefahr wächst, dass sie sich noch weiter auf ihren Standpunkt zurückziehen.

Wie lösen wir solche Konflikte also?

Je nachdem wie weit der Konflikt fortgeschritten ist, kann es hilfreich sein, einen externen Konfliktmoderator oder Mediator zu Hilfe zu holen. Dieser kann aus neutraler Position heraus den unterschiedlichen Parteien Gehör verschaffen und helfen, eine nachhaltige Einigung, eine Streitbeilegung oder zumindest eine Konfliktregelung zu erreichen.

Um einen Konflikt nachhaltig zu lösen, ist es wichtig, die Standpunkte oder Positionen (was sagen die Parteien) von den Interessen (was will die jeweilige Partei eigentlich) und der gemeinsamen Mission (was wollen beide Parteien) zu trennen.

Man könnte auch sagen:

„Nicht um Positionen feilschen, sondern Interessen vereinen!“

Lasse ich mich darauf ein, zu verstehen, was mein Gegenüber eigentlich will, ergeben sich oft vollkommen neue Möglichkeiten.

Konflikte lösen

Ein wichtiger oft unterschätzter Punkt ist es, Emotionen auch zuzulassen und nicht zu unterdrücken. Dies sollte natürlich nicht in einem wüsten Schlagabtausch gipfeln. Aber die Klärung der Beziehungsebene ist Voraussetzung für eine produktive Diskussion auf Sachebene. Dazu gehört eben auch das gegenseitige Verstehen und Anerkennen dessen, was in der Vergangenheit zur Kränkung oder zum Konflikt geführt hat.

Weiterhin ist wichtig, dass allen beteiligten Personen Gehör verschafft wird – nach dem Motto: „Jede Stimme ist wichtig!“.

Ein Konflikt sollte immer von den Konfliktparteien selbst gelöst werden. Der Moderator oder Mediator steuert dabei den Prozess. Die Ideen und Lösungen werden von den Parteien bzw. aus der Gruppe heraus entwickelt. Die hier gefundenen Lösungen werden anschließend auch als „die Lösung“ akzeptiert und nicht z.B. durch eine Führungskraft oder andere Parteien aufgeweicht oder abgeändert.

Was ist der Unterschied zwischen einem Konfliktgespräch und einer Mediation.

Genau wie eine Mediation setzt auch ein Konfliktgespräch die Freiwilligkeit aller beteiligten Parteien voraus. Zwang würde kontraproduktiv wirken.

Es gibt keine genaue Abgrenzung, aber das Konfliktgespräch ist niedrigschwelliger als eine Mediation und kommt zur Anwendung, wenn z.B. beide Seiten einer Diskussion noch zugänglich sind. Auch in diesem Fall kann es sinnvoll sein, einen externen Moderator hinzuzuziehen.

Genau wie bei Teamgesprächen, sollte am Ende eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden.

Ist der Konflikt komplett eskaliert und die Parteien sind zu einem Gespräch nicht mehr bereit, ist eine mehrstufige Mediation der konsequente Schritt. Diese wird auf Grundlage des Mediationsgesetz durchgeführt und kann auch rechtlich bindenden Charakter entwickeln. Hier ist es unbedingt notwendig einen zertifizierten Mediator zu beauftragen.

Wie kann ich Ihnen dabei helfen?

Ich …

  • … helfe Ihnen gerne durch die Moderation eines Konfliktgesprächs.
  • … bereite Sie gerne auf die Durchführung eigener Konfliktgespräche vor.
  • … schule und coache Sie und Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Konflikten und deren Lösung.

Kontaktieren Sie mich gerne unter mail@moritzaly.de!

Ich freue mich auf Sie!